Jul 25

Ohne Ladeinfrastruktur keine Elektromobilität – soviel ist klar. Aber wie funktioniert so eine Ladesäule eigentlich? Zwei Teams einer Abschlussklasse der Technischen Beruflichen Schule 1 (TBS1) wollten das genauer wissen. Ihr Abschlussprojekt war der Bau einer eigenen Ladesäule.

Des erste Team kümmerte sich um die Hardware, was bei einer Ladesäule größtenteils Elektrotechnik ist. Auf der Suche nach Inspiration haben sich die Studierenden zunächst einmal bestehende Ladesäulen angeschaut – und mit Erschrecken festgestellt, dass viele Ladesäulen aus Kostengründen den Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) weglassen. Dieser ist bei den hohen Ladeströmen recht teuer, so dass bei vielen Säulen auf den Sicherheitsgewinn verzichtet wird.

Ein Blick auf die elektrotechnischen Komponenten. Bild © Ernesto Ruge, ruhrmobil-E e.V.

Ein Blick auf die elektrotechnischen Komponenten. Bild © Ernesto Ruge, ruhrmobil-E e.V.

Für die angehenden Elektrotechniker war das natürlich keine Option. Am Ende sollten zwei voneinander unabhängige Ladepunkte entstehen, an denen entweder mit 22 kW am Typ2-Stecker (verriegelt) oder mit 2,7 kW am SchuKo-Stecker geladen werden kann. Außerdem sollte das System bis auf den Stromanschluss eigenständig sein und somit nicht auf externe Dienstleister angewiesen sein.

Der Eigenbau der Säule selbst war zu aufwändig, so dass man ein leeres Ladesäulen-Messeobjekt von Walther als Gehäuse nahm. Neben den Typ2- und SchuKo Buchsen und dem Fehlerstromschutzschalter war noch ein Ladecontroller, ein Energiezähler, eine Ladeschütze, eine Schnittstellen-Karte mit Anbindung an einen Raspberry Pi von Nöten. Um das System zu testen, wurde dann zusätzlich noch eine 1,2 kW Simulationslast aus Halogenstrahlern gebaut, welche an den Typ2 Stecker angeschlossen werden kann und welche die Typ2-eigene Ladesäule-Auto Kommunikation beherrscht.

Die Hardware wurde mit viel Selbstentwicklunsgarbeit angefertigt – aber was ist mit der Bedienung der Säule? Dies war die Aufgabe der Gruppe Elektronik.

Die beiden verbauten 7 Zoll Displays von hinten. Bild © Ernesto Ruge, ruhrmobil-E e.V.

Die beiden verbauten 7 Zoll Displays von hinten. Bild © Ernesto Ruge, ruhrmobil-E e.V.

Die zentrale Steuerungseinheit war je Ladepunkt ein Raspberry Pi. Eine Port-Erweiterung stellte dringend benötigte zusätzliche Steuerungsein- und ausgänge zur Verfügung. Zudem sorgte ein UMTS-Stick für eine telefonische Erreichbarkeit sowie ein 7 Zoll Display für die Anzeige.

Der Raspberry Pi bekam das Betriebssystem Raspbian, ein auf Debian Linux basierendes System speziell für den Pi. In der Programmiersprache Python wurde anschließend die Benutzeroberfläche und Ladelogik entwickelt.

Die Authentifizierung des Nutzers sollte so erfolgen, dass man das Fahrzeug einsteckt und dann kurz eine auf dem Display angezeigte Nummer anruft. Der UMTS-Stick registriert den Anruf und die Nummer, gleicht sie mit einer internen Tabelle ab und schaltet dann den Ladevorgang frei. Das Beenden des Ladevorgangs geschieht ähnlich, auch hier ist ein kurzer Anruf nötig, um die Verriegelung zu lösen. Am Ende wird dem Nutzer noch die geladene Menge Energie angezeigt.

Dies erwies sich als ein recht komplexes Vorhaben, da vor allem die direkte Ansteuerung des UMTS-Sticks alles andere als einfach war. Eine Internetverbindung herzustellen ist eine Sache, die direkten Modembefehle bei einem Anruf auszuwerten eine ganz andere.

Doch schlußendlich hat alles geklappt – sowohl Elektrotechnik- als auch Elektronikgruppe wurden rechtzeitig fertig und präsentierten die Ladesäule am 25. Juni den prüfenden Lehrern, zahlreichen Schülern und weiteren Gästen.

Das Entwicklerteam der TBS1. Bild © Ernesto Ruge, ruhrmobil-E e.V.

Das Entwicklerteam der TBS1. Bild © Ernesto Ruge, ruhrmobil-E e.V.

In näherer Zukunft wird Bochum also zwei weitere 22 kW Typ2 Ladeanschlüsse bekommen. Der Standort wird die TBS1 sein, durch den dort stattfindenden Umbau kann die Säule aber nicht sofort aufgestellt werden. Durch die elektronische / informationelle Autonomie und die stabile Bauweise dürfte die Säule in Sachen Zuverlässigkeit mit den kommerziellen Säulen mithalten können – wenn nicht gar zuverlässiger sein.

Die interne Tabelle welche alle Telefonnummern mit Zugangsberechtigung enthjält wird von einem Ansprechpartner aus der Schule gefüllt. Spontane Lader werden wahrscheinlich kostenlos laden können, regelmäßige Lader werden um eine Spende an den Förderverein gebeten, welcher die Säule auch rechtlich betreuen wird. Gespeist wird die Säule v.a. aus der großen Photovoltaikanlage der TBS1.

Wir haben den Bau mit begleitet und waren bei der Präsentation dabei:

[AFG_gallery id='115']

Jun 30

Herzlich laden wir Sie zu unserer Juli-Netzwerksitzung ein:

Was? ruhrmobil-E Juli-Netzwerksitzung
Wann? Mittwoch, der 2.7.14, 18:00 – 20:30 Uhr
Wo? Bochum Marketing GmbH, Huestraße 21-23, 44787 Bochum

Dieses mal werden zwei Fahrzeuge und unsere Veranstaltung im Fokus stehen: das Autohaus Wicke GmbH wird mit einem E-Golf und einem E-Up vor Ort sein, die Fahrzeuge vorstellen und Probefahrten anbieten. Außerdem werden wir die Ausstellungsflächen der geplanten Elektromobilitäts-Großveranstaltung am 27.9. anschauen und alle Fragen dazu beantworten. Insbesondere die Aussteller an diesem Tag sind somit herzlich eingeladen Fragen zu stellen, zu planen und sich abzustimmen. Details zu der Veranstaltung finden Sie auf dem ruhrmobil-E Blog, wer noch Aussteller werden möchte sende einfach eine kurze Mail an info {at} ruhrmobil-e(.)de. Wenn Sie das erste mal vorbeischauen wäre eine Anmeldung an eben diese E-Mailadresse ebenfalls schön.

Jun 20

Seit gestern kann man nicht nur Renault Twizy, Smart ed, Peugeot iOn, Nissan Leaf, Renault Zoe, Opel Ampera und Tesla Model S beim Elektro-CarSharing Projekt RUHRAUTOe ausleihen – nein: seit gestern gibt es auch den BMW i3 im Angebot. Damit kann man so fast die gesamte Palette der auf dem Markt befindlichen E-Mobile testen.

 

Der BMW i3 wurde am Mittwoch vor der Sparkasse Bochum, eines der Unternehmensnutzer des RUHRAUTOe CarSharings, vorgestellt. Bild © Michael Teupen.

Der BMW i3 wurde am Mittwoch vor der Sparkasse Bochum, eines der Unternehmensnutzer des RUHRAUTOe CarSharings, vorgestellt. Bild © Michael Teupen.

Der i3 wird am Bochumer Hauptbahnhof allen Kunden von RUHRAUTOe (und damit auch allen Drive CarSharing sowie Flinkster-Kunden) zur Verfügung stehen. Die Abrechnung erfolgt im 15-Minuten-Takt, eine volle Stunde kostet 4,90 €, ein Tagessatz 49 €. Die Anmeldung erfolgt in dem Kundencenter der Bogestra AG im Hauptbahnhof oder im Ladenlokal jewo.mobil der Jewo Batterietechnik GmbH.

Dies ergänzt schön die Bewertung Bochums als “das innovativste Pflaster des Ruhrgebietes“. Wir hoffen, dass noch viele weitere E-Mobile nach Bochum und darüber hinaus ins Ruhrgebiet kommen und werden dies nach Kräften unterstützen.

Jun 08

Das E-Treff Münsterland war heute bei Ihr Bäcker Schüren, woraufhin sich zahlreiche Teilnehmer von W-EMOBIL 100, ruhrmobil-E und vielen weiteren Teilnehmern es nicht haben nehmen lassen ebenfalls vorbeizuschauen. Das Wetter spielte perfekt mit, so dass die über 35 Elektroautos komplett von den in der Spitze an diesem Samstag über 100 kW Sonnenenergie geladen werden konnten. Mit dabei war so ziemlich alles, was man zur Zeit auf dem Markt bekommen kann.

Zahlreiche Elektroautos in der Fußgängerzone bei Langenfeld kurz vor Einweihung der neuen Ladesäule. Bild @ Ernesto Ruge.

Zahlreiche Elektroautos in der Fußgängerzone bei Langenfeld kurz vor Einweihung der neuen Ladesäule. Bild @ Ernesto Ruge.

Nach einer Führung durch das Unternehmen ging es dann weiter nach Langenfeld, wo die Fahrzeuge in der Fußgängerzone gezeigt wurden und eine neue Ladesäule im Parkhaus über Ihr Bäcker Schüren in der Hildener Innenstadt eingeweiht wurde.

Wir waren dabei und haben wie immer einige Eindrücke gesammelt:

[AFG_gallery id='113']

Mai 27

wie angekündigt findet am 2.6. unsere nächste Netzwerksitzung statt:

Was? ruhrmobil-E Juni-Netzwerksitzung
Wann? Montag, der 2.6.2014, 18:00 bis 21:00 Uhr
Wo? Technische Berufliche Schule 1 (TBS1), Ostring 25, 44787 Bochum

Inhaltlich wird es einerseits um die Elektromobilitätsprojekte der Technischen Beruflichen Schule 1 gehen. Neben einer Vorstellung des allgemeinen Engagements der Schule wird das Ladesäulenprojekt vorgestellt, in welchem eine Ladesäule von den Studierenden selbst entwickelt wird. Und auch die Kooperation mit Metropolrad mit Bikes und Pedelecs wird präsentiert.

Außerdem wird es am Montag um das Thema Blockheizkraftwerke + regenerative Energie + Speicherung als wichtigen Beitrag zur dezentralen Energiewende gehen. Der Referent Bernd Hoose betreibt selbst eine derartige Anlage und wird vorstellen wie die Komponenten zusammenwirken, was beim Aufbau zu beachten ist und welche Fördermöglichkeiten es gibt.

Des weiteren werden wir verschiedene Veranstaltungen besprechen, u.a. die Großveranstaltung Elektromobilität im September, den Fahrradsommer der Industriekultur mit angeschlossener (E-)Fahrrad-Tour sowie die Fahrrad-Umrüstaktion.

Eine Anmeldung unter info {at} ruhrmobil-e(.)de wäre schön. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Übrigens: die TBS1 ist ca. 3 Minuten Fußweg vom Bochumer Hauptbahnhof entfernt. Für Autofahrer wird der Schulparkplatz geöffnet. Elektromobilisten können vielen in der Innenstadt und somit in Laufreichweite befindlichen Ladesäulen verwenden.