Mai 08

Doppelter Abitur-Jahrgang, wachsende Beliebtheit und größter Arbeitgeber Bochums, überfüllte U35, volle Parkplätze: es gibt viele akute Gründe, sich um den Verkehr bei der Ruhr-Universität Gedanken zu machen. Doch wenn es angepackt wird, dann wird es an der RUB richtig gemacht. Denn nicht nur die Anfahrt ist problematisch, auf einem immer größer werdenden Campus sind auch die Verbindungen auf dem Campus selbst immer wichtiger. Für beide Probleme ist das Fahrrad eine ideale Lösung. Und Bike-Sharing fügt eine ordentliche Portion Flexibilität hinzu.

Nachdem die Stationen Mitte Februar geliefert wurden ging es in den vergangenen Wochen an den Aufbau. In der vergangenen Woche wurden dann die ersten Räder aktiviert – das Bikesharing-System war einsatzbereit. Insgesamt 180 Räder an 15 über den Campus verteilte Stationen sollen in Zukunft mehr Mobiltät garantieren. Hinzu kommen die metropolrad- / nextbike-Stationen außerhalb der Universität in Bochum und anderen Städten.

Schon beim Aufbau wurden die Konstrukteure mit Fragen überschwemmt. Photo © RUB / Marion Nelle.

Schon beim Aufbau wurden die Konstrukteure mit Fragen überschwemmt. Photo © RUB / Marion Nelle.

Um die Umstiegshürden möglichst gering zu halten, können Studenten und Universitätsmitarbeiter 60 Minuten pro einzelne Fahrt kostenlos fahren. Darüber hinaus zahlt man 50 Cent pro weitere halbe Stunde, maximal jedoch 5 Euro pro Tag. Eine Anmeldung ist via Formular möglich, die Karten zum Freischalten der Räder können dann im AStA Büro Referat Service und Mobilität abgeholt werden. Voraussetzung für die Anmeldung ist eine Mail-Adresse der Ruhr-Universität (rub.de oder ruhr-uni-bochum-de). Details zur Anmeldung befinden sich auf der Metropolrad-Seite. UPDATE: Außerdem hat das Pottblog noch viele weitere Details zusammengetragen.

Die Metropolräder sind aber nur ein kleiner Teil der neuen Mobilitätsstrategie der Ruhr-Universität. Z.B. sind unter anderem auch Fahrrad-Boxen für hochwertige Räder mit Anschlüssen zum Laden von Elektrorädern geplant. Der Campus wird zunehmend barrierefreier und fahrradfreundlicher gestaltet. Und auch das Thema vernetzte Mobilität spielt zunehmend eine Rolle (heute, 16:00). Die RUB kann so zu einer Vorlage für Mobilitätskonzepte großer Arbeitgeber in Deutschland werden.

Apr 09

Elektromobilität hat den Vorteil, dass völlig neue Autoformen möglich sind – schließlich gibt es keinen großen Motorblock. Dies hat sich bereits das BOmobil zunutze gemacht und sämtliche Komponenten in das Skateboard gebaut, so dass der Aufbau vollständig flexibel dem Kunden angepasst werden kann. Ein anderes Beispiel für diese Flexibilität kann auf der Hannover Messe besichtig werden: der Rinspeed MicroMax ist ein Fahrzeug, welcher im Kurzstreckenbereich verschiedenste Aufgaben erfüllen kann. Zentrales Feature ist auch eine hohe Vernetzung über das Internet, durch welche die Fahrer im Fahrzeug arbeiten können oder sich mit Insassen anderer Fahrzeuge absprechen können.

Derartige Konzepte sind nicht nur im Unternehmen für den Personen- und Kleingüter-Transport z.B. auf einem Betriebshof interessant, sondern auch als System für den öffentlichen Nahverkehr. Nicht alle Strecken sind für ein ÖPNV-Unternehmen finanziell sinnvoll darstellbar, und es macht auch wenig Sinn, einen großen Bus für die Feinverteilung in einem Wohngebiet einzusetzen. Kleinstfahrzeuge wie der MicroMax könnten als Bürgerbussystem dort eine wichtige Aufgabe übernehmen.

Die Zeitschrift e:motion hat sich das Fahrzeug auf der Hannover Messe angeschaut und ein Twinterview mit dem Chef von Rinspeed, Frank Rinderknecht, gemacht:

Mrz 27

Pressemitteilung vom 27.03.13

Elektro-Mobilität gehört mittelfristig zur Zukunft im Straßenverkehr – vor allem in den Ballungsräumen. Davon ist nicht nur die Bundesregierung überzeugt: Sie erwartet nach wie vor, im Jahr 2020 eine Million Strom-angetriebener Fahrzeuge zählen zu können. Für Bochum wäre dies, auf den aktuellen Fahrzeugbestand gerechnet, anteilig eine Flotte von 3.360 Elektro-Autos.

Gegenwärtig sind laut Bochumer Zulassungsstelle genau 52 Strom-Mobile in Betrieb. „Es liegt also noch eine sportliche Aufgabe vor uns“, erkennt Michael Teupen als Vorstandsmitglied des gemeinnützigen Netzwerkes ruhrmobil-E, das mit Einzel-Initiativen und gebündelten Projekten der E-Mobilität im Ruhrgebiet den Weg bereitet. „Aber so schlecht stehen wir gar nicht da: Immerhin ist der Anteil der Elektrofahrzeuge in Bochum schon mehr als doppelt so hoch wie im Deutschland-Schnitt.“

Elektromobilität ist alltagstauglich, wie die E-Cross Germany mit ihren Langstreckentouren zeigt. Bild © Katja Nikolic.

Elektromobilität ist alltagstauglich, wie die E-Cross Germany mit ihren Langstreckentouren zeigt. ruhrmobil-E und Jewo Batterietechnik fuhren 2012 mit. Bild © Katja Nikolic.

Neben mehr als einem Dutzend Einzelfahrern haben heimische Unternehmen insbesondere im vergangenen Jahr in Autos mit Stromantrieb investiert. Allen voran die GLS-Bank, die nun fünf Peugeot iOn und einen Opel Ampera zu ihren Dienstfahrzeugen zählt. Die Stadtwerke Bochum sind – neben einigen Elektro-Rollern – mit vier Strom-Pkw unterwegs. Auch der USB hat zwei Pkw und ein Nutzfahrzeug mit Ampere statt Oktan angeschafft.

Einige Bochumer Unternehmen wie z.B. die GLS-Bank stellen ihre E-Fahrzeuge Mitarbeitern bereit, die die neuen Antriebe auch übers private Wochenende ausprobieren wollen. Darüber hinaus besteht allerdings noch ein Angebots-Defizit, denn Privatpersonen haben diese Test-Chance bisher kaum. Mit seinem Unternehmen Jewo-Batterietechnik GmbH will Michael Teupen nun diese Lücke schließen: „Wir eröffnen am 2. April als Nachbar der neuen Claudius-Höfe in der Innenstadt ein Ladenlokal für Elektromobilität. Unter dem Namen jewo.mobil werden Elektro-Autos, -Fahrräder, -Mofas und -Motorräder unter einem Dach zu finden sein, natürlich auch zum Mieten und Ausprobieren.“ Interessierten bietet Jewo als Drive CarSharing – Partner in Bochum ein eigenes Car-Sharing an, für das ein E-Stromos (elektrifizierter Suzuki Splash) und das SAM-Mobil bereit stehen.

Die Tarife fürs Mieten & Testen staffeln sich von 20 Euro für eine Stunde bis zu 180 Euro für ein Freitag-Montag-Wochenende. Das Angebot soll bei Bedarf um E-Smart oder Nissan Leaf oder Opel Ampera ergänzt werden.

An den Matthias-Claudius-Höfen wird das neue Elektromobilitäts-Ladenlokal von Jewo Batterietechnik am 02.04. eröffnet. Bild © Jewo Batterietechnik GmbH

An den Matthias-Claudius-Höfen wird das neue Elektromobilitäts-Ladenlokal von Jewo Batterietechnik am 02.04. eröffnet. Bild © Jewo Batterietechnik GmbH

Etliche der Bochumer Fahrzeuge fahren außer im dienstlichen Auftrag auch für die Forschung: Unter Leitung von Prof. Constatinos Sourkounis untersucht das RUB-Institut für Energiesystemtechnik, wie es um die Alltagstauglichkeit der Elektro-Mobile bestellt ist – sprich: wie etwa Reichweiten-Bedürfnisse der Nutzer und die tatsächlichen Batterieleistungen zueinander passen, letztere sogar noch optimiert werden können. Ein besonderer Fokus liegt seit Dezember 2012 zusätzlich auf der Langstrecken-Elektromobilität. Dafür ist bis Mai 2014 eine Flotte von 30 Elektrofahrzeugen unterwegs. Drive-CarSharing, ebenso Gründungsmitglied von ruhrauto-E setzt in Essen das Projekt RUHRAUTOe mit 20 Opel Ampera um, ruhrmobil-E setzt sich für eine Erweiterung des Projektes mit lokalen Partnern in Bochum ein.

Erste Anwenderdaten brachte bereits eine Untersuchung des Wuppertaler Klima-Institutes. Ruhrmobil-E-Vorstand Teupen: „Die befragten Nutzer waren im Tagesdurchschnitt etwa 40 Kilometer unterwegs, die allermeisten Tagesstrecken lagen unter 70 Kilometern. Es bedeutet, dass man bequem mit einer Batteriefüllung hinkam, ohne tagsüber nachladen zu müssen.“ Deshalb sei Elektromobilität bereits heute eine sinnvolle Alternative im Ballungsraum-Verkehr: komfortabel, flink, leise – und mit Ökostrom geladen sogar Feinstaub- und Emissions-frei.

Mit Vorträgen aus Politik, Wirtschaft und Forschung beginnt die Auftaktveranstaltung. Photo © Ernesto Ruge.

Mit Vorträgen aus Politik, Wirtschaft und Forschung beginnt die Auftaktveranstaltung. Photo © Ernesto Ruge.

Kontakt zu ruhrmobil-E:

Ernesto Ruge: 0173 – 166 2174
Michael Teupen (Vorstand): 0234 – 944 84 – 16
und 0172 – 1891 860

Mrz 19

Die Ruhr-Universität hat bereits im Dezember das Langstrecken-Elektromobilitätsmobilitäts-Projekt gestartet. Mittlerweile ist ein sehr schönes Video bei e:motion entstanden, welches das Projekt und seine Ziele auf den Punkt bringt.

Jan 22

Klimaschutz und nachhaltige Mobilität stehen im Ruhrgebiet ganz oben auf der Agenda. Nicht nur Bochum engagiert sich mit dem Klimaschutzpreis und dem European Energy Award, auch Dortmund hat mit einem starken Agenda21-Engagement viel vorzuweisen. Schon im März 1999 wurde das Agenda-Büro eingerichtet, der Arbeitskreis nachhaltige Mobilität wurde im Jahr 2001 gegründet.

Jedes Jahr werden besonders herausragende Projekte mit dem Agenda-Siegel ausgezeichnet. Im Jahr 2012 wurde insgesamt 29 Projekte und Organisationen mit diesem Siegel beehrt, unser Partnerverein ISOR e.V. erhielt dabei den zweiten Platz und die damit verbundene Spende von 1500 Euro. Wir gratulieren herzlich!

Vorstandsmitglied Gerd Petrusch nimmt das Agenda-Siegel von Vertretern der Stadt Bochum entgegen. Bild © ISOR e.V.

Vorstandsmitglied Gerd Petrusch nimmt das Agenda-Siegel von Vertretern der Stadt Dortmund entgegen. Bild © ISOR e.V.

Der ISOR e.V. hat mit seinem langjährigen Engagement viel für mehr Umweltschutz auf den Straßen getan. Neben dem Herzstück des Engagements, der seit über 20 Jahren stattfindenden Tour de Ruhr, haben die Aktivisten vom ISOR e.V. viel angestoßen. Dazu gehört unter anderem der runde Tisch der Elektromobilität in Dortmund, die EVA-Liste, Elektro-Carsharing, Umbau, Betrieb und Reparatur von Elektroautos und vieles mehr.