Aug 24

Am Samstag fuhren 39 Elektroautos jeweils bis an das Ende ihrer Akkukapazität, um die Missergebnisse der Auto Motor Sport zu widerlegen. Die teilnehmenden Elektromobilisten nahmen den Test sehr ernst, gleich 18 Fahrzeuge kamen mit einer Restkapazität von 0 km an. Wir waren mit einem Nissan Leaf (Schriftzug RUHRAUTOe) und einem VW E-Golf (Autohaus Wicke) mit dabei.

Die Impressionen inklusive einem Pressespiegel gibt es in dem vorangegangenen Post.

Es gab einen Vergleich der Werte für Autobahn (120 km/h) und einen Vergleich für die Landstraße (90 km/h). Renault Zoe und Mitsubishi EV wurden von der Zeitschrift gar nicht erst getestet.

Zunächst der Vergleich der Werte bei 120 km/h. Rot sind die Werte der Auto Motor Sport, blau die am Samstag erfahrenen Werte:

Und bei 90 km/h. Wieder sind rot die Werte der Auto Motor Sport, blau die am Samstag erfahrenen Werte:

Die Werte sprechen für sich. Leider hat die Auto Motor Sport bis heute nicht das Testszenario veröffentlicht, so dass man nur spekulieren kann wie die Reichweiten der Zeitschrift entstanden sind. Realistisch sind sie zumindest nicht – und spätestens jetzt wäre eigentlich der Zeitpunkt, um Transparenz zu schaffen.

Sobald die Detailergebnisse der Testfahrt vorliegen werden wir diesen einen weiteren Artikel widmen.

Wurde trotz guter erreichter Werte von der Auto Motor Sport gar nicht erst getestet: der Mitsubishi EV. Photo © Ernesto Ruge.

Wurde trotz guter erreichter Werte von der Auto Motor Sport gar nicht erst getestet: der Mitsubishi EV. Photo © Ernesto Ruge.

Aug 24

Die gestrige Veranstaltung “Die AMS im Härtetest der Realität” war ein voller Erfolg, die von der Auto Motor Sport ermittelten Reichweitenwerte wurden deutlich übertroffen, beim Tesla Model S sogar um ca. 100%.

Auch in den Medien ist die Aktion gut angekommen:

Anbei einige Impressionen der Veranstaltung. Wenn noch jemand Bilder hat füge ich diese gerne hinzu. Kontakt: info {at} ruhrmobil-e(.)de.

Aug 15

Am Sonntag, den 7.9., bekommt der verkaufsoffene Sonntag in Witten ein ganz besonders Angebot: eine ganze Reihe an Ausstellern präsentieren von 13 bis 18 Uhr verschiedenste Formen der Elektromobilität. Von Pedelecs und eBikes über Elektroautos und Transporter bis hin zu Mobilitätskonzepten und eCarSharing wird für alle etwas dabei sein.

Besucher, welche mit einem Elektrofahrzeug kommen, können sich zudem auf eine Kugel Eis freuen – kommt also zahlreich und bringt interessierte Menschen mit! Außerdem könnt ihr gern auf Facebook bekanntgeben dass ihr kommt. Ziel der Veranstaltung ist es, dauerhaft mehr Elektromobilität nach Witten zu bringen – die bislang 14 Fahrzeuge in Witten werden von allen Beteiligten als viel zu wenig empfunden.

Um Elektromobilisten das Leben einfacher zu gestalten wird an diesem Tag auch die erste öffentliche Ladesäule der Stadtwerke Witten eröffnet. Dort wird man in Zukunft mit dem gewohnten Typ2 Stecker im Zentrum der Stadt laden können.

Wir selbst sind mit unserem Fahrzeug, Fachwissen über CarSharing und Mobilitätskonzepte sowie einer Kamera auch vor Ort. Wir freuen uns auf Besuch!

Und schon mal zum Vormerken: am 27.9. findet ein weiterer Elektromobilitätstag in Bochum statt – mit über 30 Ausstellern.

Tag der Elektromobilität Witten 2014

Aug 11

Elektro-Lastenräder sind eine perfekte Ergänzung zur City-Logistik, bei denen die bislang eingesetzten Transporter doch eher stören: sie sind laut, sie stinken und sie blockieren beim Halten Auto-, Fuß und Radverkehr. Unser Mitglied Jewo Batterietechnik GmbH ist daher schon lange Vorreiter im Bereich Elektro-Lastenräder. Denn gerade im Stadtbereich sind Lastenräder perfekt geeignet – und mit dem unterstützenden Elektroantrieb können auch schwere Lasten transportiert werden.

Der Elektro-Lastenrad Wettbewerb

Die Stadt Dortmund bietet nun zum Thema Lastenräder eine Konferenz mit Logistik- und Konstruktionswettbewerb an. Die Abgabefrist hierzu ist Ende dieser Woche – also der 15.08.! Wer also ein entsprechendes Logistikkonzept oder auch ein entsprechendes Lastenrad parat hat und dieses einer Juri und einem Fachpublikum präsentieren möchte ist herzlich eingeladen dies zu tun. Die Bedingungen für die beiden Wettbewerbe befinden sich auf der Website von CargoBike Dortmund.

eLastenräder passen perfekt in die Innenstadt. Bild © Jewo Batterietechnik.

eLastenräder passen perfekt in die Innenstadt. Bild © Jewo Batterietechnik.

Am 6. September wird es dann von 10 bis 16 Uhr auf dem Friedensplatz ein breites Programm geben. Verschiedene Aussteller werden Lastenräder präsentieren, die Ergebnisse der Wettbewerbe werden präsentiert – und auch für Action ist gesorgt: verschiedene Lastenräder werden in einem Rennen gegeneinander antreten.

ruhrmobil-E und Jewo Batterietechnik sind mit dabei

Selbstverständlich wird auch ruhrmobil-E und Jewo Batterietechnik bei diesem Wettbewerb dabei sein – u.a. auch in Person des Jewo-Geschäftsführers und ruhrmobil-E Vorstandes Michael Teupen als Teil der Jury des Konstruktionswettbewerbes und natürlich auch als Aussteller. Wir selbst als Verein werden  ebenfalls vor Ort sein und für eine gute Dokumentation sorgen. Außerdem werden wir natürlich über spannende Konzepte für bessere Logistik im Ruhrgebiet berichten.

Aug 08

Eine Woche Nissan Leaf – Ein Erfahrungsbericht Ende Juli hat mir der Verein ruhrmobil-E e.V. für eine Woche einen Nissan Leaf zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle noch mal ein Dankeschön an Ernesto Ruge, Geschäftsführer des ruhrmobil-E, für dieses Angebot.

Ich habe mich bewusst für eine ganz normale Arbeitswoche entschieden, da ich den Leaf im Alltag testen wollte. Der Leaf war großzügig ausgestattet und hat bei mir bis auf eine Sitzheizung (wohlgemerkt nur für den Winter ;) ) keine Wünsche offen gelassen. Radio/Navigation mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Keyless Entry, Regen-Licht-Sensor und Tempomat um nur mal die wichtigsten genannt zu haben. Noch allgemein etwas zum Leaf. Er ist ein vollwertiger 5-Sitzer mit ausreichendem Platzangebot bei einem Fahrzeug in Golf-Größe. Auch ich hatte mit 1,86m Größe hinter dem Lenkrad genügend Platz. Der Leaf kommt mit einer Akkuladung maximal ca. 160km weiter und wird standardmäßig an der herkömmlichen Schukosteckdose aufgeladen. Für mich war es in meinem Fall dadurch in zweifacher Hinsicht praktisch. Zum einen konnte ich zu Hause aufladen (was fast vorraussetzung für einen E-Auto-Kauf sein sollte) und zum anderen hatte ich die Möglichkeit am Arbeitsplatz aufzuladen. Somit hatte ich an einem normalen Arbeitstag keinerlei Sorgen zur Arbeit und wieder heim zu kommen.

Am Sonntag habe ich den Leaf in Bochum abgeholt und dann Stand die erste Fahrt 75km nach Geldern an. Genug Zeit das Fahrzeug ein wenig kennen zu lernen. Für die Preisklasse üblich überwiegt im Innenraum die Kunststoffverkleidung, was aber nicht weiter stört da alles hochwertig verarbeitet ist. Nichts klappert oder quietscht. Man würde es beim extrem leisen E-Auto auch sofort hören. Was mir positiv aufgefallen ist, ist der Fußgängerwarnton, welcher bei geschlossenen Fenstern nur ganz leicht, aber nicht störend im Innenraum zu hören war. Ob der Fußgängerwarnton standardmäßig bei jedem Start aktiv sein muss, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich würde da eher ein manuelles zuschalten je nach Verkehrssituation bevorzugen. Die Stoffsitze sind bequem aber nicht zu weich, wie z.B. bei Renault. Da ich ein sehr entspannter Fahrer bin habe ich sehr viel den Tempomaten benutzt und hatte am Ziel ca. 60% der Akkukapazität verbraucht. Bei dieser Fahrt ist mir dann leider auch der Regen-Licht-Sensor etwas negativ aufgefallen. Bei bewölktem Himmel am späten Nachmittag reagierte der Lichtsensor bei jeder Brücke und schaltete bei ihrem unterfahren für einige Sekunden das Licht ein. Je nach Anzahl der aufeinander folgenden Brücken wirds dann doch arg irritierend wenn beim Einschalten des Lichts auch immer das Tachodisplay gedimmt wird. Auf der anderen Seite aber wird bei einsetzendem Regen, und automatisch einschaltendem Wischer nicht das Licht eingeschaltet. Dies fände ich wiederrum sehr wichtig. Also hier ein Aufruf an Nissan, beim Regen-Licht-Sensor noch einmal nach zu bessern.

Laden zu Hause sollte die Basis für tägliche Wege sein.

Laden zu Hause sollte die Basis für tägliche Wege sein.

Am nächsten Tag stand dann das erste Pendeln zur Arbeit an. Meine Pendelstrecke erstreckt sich von Geldern über die A57 bis in den Düsseldorfer Süden. Insgesamt ca. 79km. Mit einer Akkuladung also nicht ohne nachladen am Ziel zu schaffen. In meinem Fall konnte ich aber den ganzen Tag in der Firma nachladen. Gefahren bin ich ganz normal im Verkehrsfluss, mit gelegentlichem Stau und auch Passagen mit Tempo 120. Mit Einsatz der Klimaanlage habe ich für eine Fahrtstrecke ca. 60% verbraucht, hätte also für den Rückweg lediglich 20% nachladen müssen. Habe aber über den Tag immer wieder ganz voll geladen.

Das Pendeln zur Arbeit und zurück funktionierte super auch gab es für mich in diesem Fall keinerlei Reichweiten Angst, da ich wusste, dass am Ziel eine funktionierende Steckdose auf mich wartet. Dadurch habe ich es mir auch erlaubt, einmal zu testen wie schnell der Leaf denn auf der Autobahn rennen kann. Geschafft habe ich verkehrsbedingt 160 km/h, hatte aber das Gefühl, dass noch 5 km/h mehr drin gewesen wären. Der Tempmat lässt sich allerdings nur bis 157km/h einschalten. Bei dieser „Raserei“ ist natürlich der Akku schnell leer. Ich habe es nicht getestet (da so viel Energievernichtung nicht meiner Natur entspricht) aber vermute, dass bei Höchstgeschwindigkeit höchstens 50-70km zu schaffen sind. Der Leaf ist auf Sparsam getrimmt und kein Sportwagen. Dafür macht er beim Sparen einen guten Job. Ich war erstaunt wie wenig die auf Automatik laufende Klimaanlage auf meiner Pendelstrecke an Reichweite gekostet hat. Vielleicht war dies aber auch den recht milden 20-26 Grad Außentemperatur in dieser Woche geschuldet.

Am Samstag stand dann eine längere Fahrt mit einigen Pausen auf dem Programm. Geplant war eine Tour von Geldern nach Dortmund und von dort nach Essen und wieder nach Dortmund. Anschließend von dort wieder nach Hause. Also reichlich Kilometer für ein Elektroauto welches Standardmäßig an der Schukosteckdose langsam geladen wird. Glücklicherweise verfügt der Leaf aber noch über ein Gleichstrom-Schnellladesystem mitdem der Akku innerhalb von 30Min auf 80% aufgeladen werden kann. Vor der Tour habe ich mit überlegt wo ich laden werde. Ein längerer Aufenthalt war in Essen geplant. Darüber hinaus sollte in Dortmund und auf dem Heimweg in Bottrop Schnellgeladen werden.

Losgefahren bin ich mit 70% Ladestand. Wärend der Fahrt merkte ich, dass es bei dieser Geschwindigkeit bis zum Ziel nicht schaffbar wäre also habe ich die Geschwindigkeit um 10km/h und später nochmal um weitere 10km/h verringert. Dabei ist mir sehr positiv die Restreichweitenanzeige aufgefallen, welche sich super schnell an die aktuelle Geschwindigkeit anpasst und die Restreichweite nachkalkuliert.

Nicht funktionierende CHAdeMO-Säulen schränken die Mobilität mit einem Elektroauto sehr ein.

Nicht funktionierende CHAdeMO-Säulen schränken die Mobilität mit einem Elektroauto sehr ein.

Am Ziel in Dortmund, ein Gleichstromschnelllader von RWE bin ich mit unter 10 km Restreichweite angekommen. Und dann… Verweigerte die Ladesäule leider ihren Dienst. Ich habe dann die Zeit, inder ich mein Glück bei der RWE E-mobility Hotline versuchte, genutzt um über die danebenstehende Typ2-Ladesäule etwas Reichweite nachzuladen. Da mir der Mitarbeiter der RWE Hotline auch nicht weiter helfen konnte bin ich auf eine „Ersatz-Ladesäule“ in der Innenstadt ausgewichen, was mich leider Zeit, welche nicht in meine Tour eingeplant war, gekostet hat. Dafür funktionierte die Schnellladesäule in der Innenstadt problemlos. Und ich konnte zusehen wie der Akku in 30Min „druckbetankt“ wurde. Die Zeit stimmt wirklich und es macht Spass dabei zuzusehen wie schnell der Akku wieder fast voll ist. 80% reichen, je nach Fahrweise, für 100-120km was für den Stadt nahen Bereich vollkommen ausreichend ist. Nach dem Aufladen ging es dann weiter nach Essen wo ich an einer öffentlichen RWE-Ladesäule (welche tadellos funktioniert hat) auf 100% aufgeladen hab. Der Rückweg ging von Essen über Dortmund nach Bottrop, zum Schnelllader in unmittelbarer nähe der Autobahn. Leider versagte auch hier die Technik. An dieser Stelle ein Aufruf an RWE. Die Typ2 Ladesäulen funktionieren fast immer, und sind meist so zahlreich vorhaden das ein gelegentlicher Ausfall zu verschmerzen ist ABER die Gleichstromladesäulen sind so selten, dass bei einem defekt eine Ausweichsäule nur schwer zuerreichen ist. Besonders wenn gerade die ausgefallene Säule genau in die Tourplanung passt. Also bitte RWE E-Mobility bessert bei den Gleichstromladesäulen nach und sorgt für deren zuverlässiges Funktionieren. Alle E-Auto –Fahrer welche auf diese Säulen angewiesen sind werden es euch danken. Von der defekten Säule in Bottrop bin ich dann auf eine Ladesäule bei einem Duisburger Nissan-Händler ausgewichen. Dort aufgeladen war ein schnelles nach Hause kommen problemlos möglich.

FAZIT: Der Nissan Leaf ist ein voll alltagstaugliches Auto, für den stadtnahen Bereich, bzw. für Ballungszentren wie das Ruhrgebiet. Längere Fahrtstrecken sind zwar möglich aber mit Planung verbunden, da die Ladeinfrastruktur noch nicht so weit ist. Wer sich mit dieser zusätzlichen Planung, außerhalb des normalen beruflichen Pendelns, arrangieren kann bekommt mit dem Nissan Leaf ein bequemes, komfortables E-Auto mit genügend Stauraum, zum Beispiel für einen Tagesausflug mit 5 Personen. Der Nissan Leaf ist für seinen Preis von ca. 22.000 € (plus Batteriemiete) sehr großzügig mit Assistenzsystemen ausgestattet, was Nissan positiv angerechnet werden muss. Wir danken unseren Gastautor Christian Weyers herzlich für diesen umfangreichen Bericht!